Meine Ausbildung zum Food Coach

Anita Horn Slider, Sport & Fun

Ist Soja gesund oder nicht? Low Carb oder lieber low fat? Äpfel sind gesund, Haferflocken bringen Energie und Schokolade ist schlecht. Einige Rechnungen scheinen einfach, andere ziemlich undurchsichtig. Was stimmt denn nun? Und warum ist das so? Wo kommt Soja her, was macht unser Körper damit und was macht Soja mit unserem Körper? Warum sind Äpfel gesund? Wie kommt die Energie der Haferflocken in unsere Muskeln und warum sind sie dennoch nicht für jeden geeignet?

„Abends soll man nicht viel essen“. Oder?

 

Zeitschriften, das Fernsehen und Erzählungen von Freunden und Bekannten sind voll mit Halbwahrheiten, Pseudowissen und vermeintlich richtigen Ernährungstipps. Als Food Coach ist es meine Aufgabe, Sachverhalte erklären zu können, Zusammenhänge zu sehen und dahin gestellte Fakten zu hinterfragen. Meine Tätigkeit als Journalistin erleichtert mir dabei eine gezielte und fundierte Recherche, mein Studienabschluss ist Grundlage für wissenschaftliches Analysieren und die Food-Coach-Ausbildung stellt die Basis für das physiologische Verständnis. Denn beim Thema Ernährung geht es nicht nur um die Eigenschaften von Lebensmitteln, sondern auch um biochemische Vorgänge im Körper, um das Verständnis für orthomolekulare Ernährung bei Gesundheit und Krankheit sowie Kenntnisse über die Lebensmittelindustrie, Zusatzstoffe und das Durchschauen von Werbekampagnen. Außerdem sollte ein Blick auch immer auf die Quellen fallen. Wie erkenne ich, ob Studien repräsentativ sind oder nicht und warum sollte man jegliche Information zunächst stets hinterfragen, auch wenn etablierte Ministerien, Forschungsinstitute und Ernährungsgesellschaften dahinter stehen?

 

Die Deutsche Trainerakademie in Köln bietet die A-Lizenz zum Food Coach als Modul-Ausbildung an, um Trainern, Therapeuten und Gesundheitsberatern ein breitgefächertes Wissensspektrum an die Hand geben. Dazu gehören Bereiche wie die angewandten Ernährungswissenschaften, Übergewicht und Diabetes sowie Sportlernahrung, um ganzheitliche Beratungen anbieten zu können. Der Dozent, Doktor Jens Freese, hat seine Erfahrungen als Ernährungsimmunologe und Trainer dabei spannend vermittelt und den neuesten Stand der Wissenschaft eingebracht.

Der Aufbau

Ernährungstrainer

Sport oder Fitnesstraining allein machen nicht gesund. Für die allgemeine Gesundheit spielt auch die Ernährung eine entscheidende Rolle. In den ersten zwei Tagen werden wichtige Grundlagen über Makro- und Mikronährstoffe vermittelt. Dabei geht es darum, was Proteine, Fette und Kohlenhydrate sind, wofür sie im Körper benötigt werden und wie der Organismus sie verstoffwechselt. Die Inhalte sind:

  • Das 4-Kompartement-Model der Körperzusammensetzung
  • Grundlagen der Mikro- und Makronährstoffe
  • Energieumsatz, Energiebereitstellung, Energiebedarfsberechnung
  • Einfluss von körperlichen und psychischen Stress auf den Energiestoffwechsel
  • Grundlagen des menschlichen Verdauungstraktes
  • Störungen bestimmter Nahrungsinhaltsstoffe auf den Darm
  • Die Physiologie der Kohlenhydrate
  • Glykämischer Index und glykämische Last
  • Die Physiologie der Fette
  • Fette und ihre Bedeutung bei Entzündungsprozessen
  • Die Physiologie der Eiweiße
  • Biologische Wertigkeit bestimmter Eiweißkombinationen
  • Gesundheitliche Bedeutung und physiologische Wirkung von Ballaststoffen
  • Wirkungen industriell verarbeitete Nahrungsmittel auf die Gesundheit
  • Gegenüberstellung verschiedener Ernährungspyramiden und -konzepte wie z.B. LOGI, Montignac, Atkins etc.)

Diabetestrainer

Diabetes bedeutet übersetzt soviel wie „honigsüßer Durchfluss“ und ist für die Betroffenen eine zum Teil lebensbedrohliche Stoffwechselerkrankung. Sie betrifft alleine in Deutschland rund sieben Millionen Menschen, weltweit sind es laut Weltgesundheitsorganisation WHO rund 370 Millionen Menschen – eine Zivilisationserkrankung, die sich jedoch durch Umstellung der Ernährung positiv beeinflussen lässt. Um erste Anzeichen frühzeitig zu erkennen und die Ursachen zu behandeln, hilft die Schulung zum Diabetestrainer. Hauptfokus ist dabei die Prävention. Die Inhalte sind:

  • Definition Diabetes mellitus
  • Die verschiedenen Diabetes-Typen von I bis III inklusive Gestationsdiabetes
  • Die Bauchspeicheldrüse und ihre Bedeutung im Entstehungsprozess
  • Physiologische Grundlagen des metabolischen Syndroms und der Insulinresistenz
  • Symptome erkennen, akute Gefahren einschätzen – korrektes Verhalten von Trainern und Therapeuten in der Betreuung von Übergewichtigen und Diabetikern
  • Selfish Brain – das Konzept der Energieverteilung im menschlichen Organismus unter besonderer Berücksichtigung des Glucose- und Fructosestoffwechsels
  • Wirkungsmechanismen zugelassener Medikamente und Diabetes Typ II
  • Messungen von Fettmasse, Muskelmasse, Waist-to-Hip-Ratio etc.
  • Aktuelle Studienlage zum Vergleich biomedizinischer Lifestyle-Interventionen
    und der Wirkung verschiedener Antidiabetika
  • Ernährungsoptimierungen zum Abbau der globalen Insulinresistenz
  • Die Bedeutung der Mahlzeitenfrequenz und der Energiedichte
  • Glucose- und Insulinindex verschiedener Nahrungsmittel
  • Auswirkungen verschiedener Trainingsintensitäten und- interventionen auf den Blutzuckerspiegel in Theorie und Praxis (Erstellung von Tagesverlaufskurven)

Trainer für Gewichtsmanagement

Die Zahl der Fitnesstreibenden in der Bundesrepublik nimmt zwar stetig zu, allerdings auch die Zahl der Übergewichtigen. Nach neuesten Hochrechnungen sind knapp 70 Prozent aller Männer und 60 Prozent aller Frauen in Deutschland übergewichtig bis fettleibig. Ständig neue Diäten in den Medien führen zu Verunsicherung und permanenten Abnehmversuchen mit fatalen Langzeitfolgen. In der Ausbildung wird vermittelt, dass nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung physiologisch und psychisch positive Effekte haben kann. Die Inhalte sind:

  • Internationale Definition des metabolischen Syndrom
  • Die Bedeutung des Bauchumfangs als Risikomarker für das metabolische Syndrom
  • Umweltbedingte und psychoemotionale Ursachen von Adipositas
  • Übergewicht und Sport – Wirkungen und Bedeutungen von Kraft- und Ausdauertraining zur Körpergewichtsreduktion
  • Wirksame Ernährungskonzepte zur gezielten Gewichtsreduktion
  • Neurobiologische Grundlagen des Hunger- und Sättigungsmechanismus
  • Der Prozess der Insulinresistenz als Auslöser des metabolischen Syndroms
  • Kritische Diskussion populärer Diätkonzepte
  • Psychologische Aspekte der Ernährung – die Gesetze des Geistes
  • Erstellung eines nachhaltigen Ernährungskonzeptes zur präventivmedizinischen Gewichtsreduktion

Ernährungsberater

Um langfristig erfolgreich seine Ernährung anzupassen, bringt ein Termin beim Ernährungsberater und ein Essensplan für vier Wochen meist recht wenig. Es sollte viel mehr darum gehen, dem Klienten Wissen an die Hand zu geben und ihn soweit zu schulen, dass es auch nach den Beratungsterminen in der Lage ist, Essen und Einkaufsverhalten zu lenken. Dabei werden verschiedene Beratungstechniken erlernt, Möglichkeiten der Anamnese sowie Kommunikations- und Betreuungsmaßnahmen besprochen. Die Inhalte sind:

  • Welche Eigenschaften brauchen Ernährungsberater?
  • Das Erstgespräch (Anamnese)
  • Zielformulierung (SMART)
  • Erfassung von individuellem Ernährungsverhalten
  • Ernährungsdokumentation– Vorgehen bei Ernährungsprotokollen
  • Das Fat Slope-Syndrom
  • Techniken für die Beratungssituation
  • Abschlussgespräch/Evaluation
  • Weiterführende Beratung
  • Die wirtschaftliche Seite der Beratung für Trainer, Berater und Coaches

Nahrungsergänzung & Supplemente

Bei bestimmten Mangelerscheinungen und Erkrankungen, für Leistungssportler oder andere Zielgruppen können Nahrungsergänzungen in Form von Vitaminen und Co durchaus Sinn machen. Allerdings herrscht in unserer Gesellschaft eher eine Art des wahllosen ergänzens mit Mitteln aus der Drogerie, ohne Wissen und Verstand warum, in welcher Dosierung und mit welchen Vorsichtsmaßnahmen. Das Seminar bringt Licht in den Tunnel der unzähligen Nahrungsergänzungsmittel. Die Inhalte sind:

  • Mikronährstoffe bzw. Vitalstoffe und ihre Funktion
  • Voraussetzung einer guten Nährstoffversorgung
  • Arten von Vitaminen und Mangelsymptome
  • Aufgaben von Vitaminen und gesundheitliche Folgen
  • Vitamin D – Vorkommen und klinische Zeichen
  • Zusammenhang Vitamin D und Erkrankungen
  • Aminosäuren zur Regeneration und Leistungserhaltung
  • Spurenelemente – natürliche Quellen, Aufgaben und Mangelerscheinungen
  • Säure-Basen-Regulation bei Fehlernährung und im Leistungssport
  • Fettsäuren zur körperlichen und mentalen Regeneration und zur Risikoreduktion bei bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Arteriosklerose)
  • Nährstoffempfehlungen für Sportler und ausgewählte Sportarten

Food Coach A-Lizenz

 

Für die einzelnen Ausbildungsmodule gibt es fachspezifische Zertifikate. Am Ende aller Module habe ich eine 90-minütige Prüfung abgelegt und damit die A-Lizenz zum Food Coach erworben.

Für private und betriebliche Beratungsanfragen, Workshops und Trainings senden Sie mir gerne eine E-Mail per Kontaktformular.